Motivation….

Der Burgenlandkreis liegt als südlichster Landkreis in Sachsen-Anhalt. – Ein sehr schönes Fleckchen Erde mit vielen alten und neuen Sehenswürdigkeiten, wie beispielsweise das nebenstehende Bild des Naumburger Domes zeigt. Noch viel wichtiger sind aus unserer Sicht aber die vielen lieben Menschen, die hier leben und streben.

Nun gehört zum Leben wegen der grundsätzlich dynamischen Natur unserer Welt (alles ändert sich ständig – mehr oder weniger schnell, aber letztlich unausweichlich) auch das natürliche Wachsen und Vergehen.

Wir alle wissen das, bemühen uns aber dennoch bzw. gerade deswegen(?) um Beständigkeit, Sicherheit und Ordnung. – Eigentlich unnötig zu sagen, dass uns die großen und kleinen Umbrüche im Leben immer wieder einholen. Dazu gehören  die Geburten, die Umzüge und Ausbildungsabschlüsse, die Eintritte in neue soziale Umgebungen ebenso wie die Verluste von geliebten Personen und die Begrenzungen unser eigenen Lebenszeit (Sterbevorgänge)  etc.

Diese Umbrüche werden oft als nur negativ erlebt, obwohl sie praktisch immer auch eine andere, positive Seite haben, die allerdings manchmal erst viel später – oder auch gar nicht wirklich deutlich wird (und doch da ist!). Wenn man genau hinschaut, hat nämlich sogar der Tod eine positive Seite – oder würden Sie gerne 1000 Jahre alt werden? – Wir nicht! Welch eine Bürde wäre das! Stellen Sie sich vor, der ganze Lebensbogen wäre so mit dem Faktor 10 gestreckt und Sie müssten statt vielleicht 20 Jahre dann 200 Jahre lang die Beschwerden des Alters und körperlichen Verfalls ertragen…

Aus Gesprächen  und Beobachtungen folgern wir, dass die meisten Menschen etwa so denken : ‚Wir wissen nicht, obwohl wir viele kleine Verlust- und „Sterbe“-vorgänge im Leben und ein darauf folgendes Weiterleben (manchmal unter neuen Bedingungen) erfahren haben, ob das beim letzten großen Sterben – dem Körpertod – ähnlich sein wird, ob also noch etwas – vielleicht auf einer anderen Ebene – folgt.  Wir wissen nur, dass wir hier und jetzt leben, dass wir uns daran (oft viele Jahre lang) gewöhnt haben und dass uns alles Andere Angst macht.‘

Bei einem Todesfall bei Verwandten, Freunden oder Nachbarn erschrickt fast jeder und mit dem entstehenden Mitgefühl kommt zuweilen auch der Gedanke: „Wie gut, dass es mich (meine Familie, meinen Freundeskreis) nicht getroffen hat!“ – Sogleich tritt zu dem ersten Erschrecken ein Gefühl der untergründigen Angst, das nahelegt, alles damit Zusammenhängende schnell zu verdrängen.

Nun ist  Verdrängung im Prinzip durchaus nichts Schlechtes und manchmal hilft sie uns tatsächlich zu überleben, aber sie kann uns – in manchen Fällen – auch äußerst wirkungsvoll daran hindern, das Leben als Ganzheit,  also die ganze Fülle und Schönheit des Seins  auch im Reifen und Vergehen bewusst wahrzunehmen und zu verstehen.

Dann kann die Angst unsere Lebensfreude blockieren.

Die Angst vor Sterben und Tod, die ganz natürlich ist, lässt sich aber durchaus – wenigstens ein Stück weit – aufarbeiten und verliert einen großen Teil ihrer panikerzeugenden Anteile, wenn man sich ihr wirklich stellt, anstatt sie zu verdrängen. Dass heisst als erstes : sie ernst nehmen, dann: sie nicht schönreden und schliesslich: sie ganz genau und ganz ruhig anschauen…

Hospizliches (Nach-)Denken kann dabei helfen und bewirkt schliesslich eine Verminderung der Ängste – das ist unsere Erfahrung.

Fall Sie, verehrte(r) LeserIn, unsere Gedanken bis hierher nachvollziehen konnten und sich weiter informieren wollen, so möchten wir Sie auf die folgenden Seiten und einige Büchertitel verweisen:

Elisabeth Kübler-Ross, Interviews mit Sterbenden, Kreuz-Verlag,  ISBN 3-7831-0372-X

Angeline Bauer, Von Trennung, Tod und Trauer, Märchen zum Gelingen des Lebens, Gütersloher Verlagshaus, ISBN 3-579-02380-2

Monika Müller, Dem Sterben Leben geben, Die Begleitung sterbender und trauernder Menschen als spiritueller Weg, Gütersloher Verlagshaus, ISBN 3-579-06802-4

Betty J. Eadie, Licht am Ende des Lebens, Bericht einer aussergewöhnlichen Nah-Todeserfahrung, Knaur MensSana, ISBN 3-426-87020-7

Diese winzige und ziemlich willkürliche Bücherauswahl erhebt in keiner Weise den Anspruch auf Vollständigkeit, nicht einmal den Anspruch auf besondere Bedeutung. Vielmehr gibt es inzwischen eine kaum noch überschaubare Literatur zu dem Themenkreis. Wir haben einfach aus unserer Bibliothek einige Titel herausgegriffen, die als Einführungen und zugleich als Beispiele für die Vielgestaltigkeit der in den letzten 30 Jahren gewachensen Herangehensweisen an diesen ganzen Erfahrungsbereich dienen können.

 

Schreibe einen Kommentar