Trauerarbeit…..

Und wenn es dann soweit ist? …… Sterbevorgänge, ganz gleich welcher Art, haben immer mit Abschied-nehmen zu tun.  Und unwiderufliche Abschiede bewirken bei vielen Menschen erstmal Wut und dann Trauer.

Es gibt nicht wenige Zeitgenossen, die den Abschied von einem lieb-gewonnenen Menschen über Jahrzehnte nicht vergessen, dem Schicksal nicht verzeihen  können. Diese Menschen leiden die ganze Zeit – und das ist spürbar, wenn man ihnen begegnet. – Sie machen stets ernste Gesichter, haben selten leuchtende Augen. Falten auf Stirn und um den Mund können sichtbare Zeichen dieser inneren Zustände sein.

Aber viel bedeutender als die äußeren Zeichen sind die Folgen der Dauer-Trauer für die Lebenskraft und Lebensfreude.  Beide sind meist schon nach einigen Monaten kontinuierlicher tiefer Traurigkeit ernsthaft eingeschränkt oder gar beschädigt und das ist – bei aller angemessenen Pietät den Verstorbenen bzw. den Verlusten gegenüber – nicht gesund und richtig.  Ein gesunder Mensch jauchzt ja auch nicht jahrelang nach der Geburt eines gesunden Kindes oder der Ankunft eines geliebten Freundes. Vielmehr freut er sich eine Zeitlang intensiv und dann wendet er sich auch wieder den anderen Aspekten des Lebens zu.

Ist denn menschliches Leben und Erleben nicht auch grundlegend so „gemacht“? Entspricht nicht seinem Wesen, dass ganz natürlich Ankünfte und Abreisen Teil des Ganzen sind? Offensichtlich haben manche An- und Abreisen besondere Bedeutungen für den, der sie erlebt : Eltern für Kinder und umgekehrt, PartnerInnen, Großeltern und Enkel, einzige beste FreundInnen : das sind ganz eigene Erfahrungen, die bei entsprechender Intensität und Bedeutung das ganze Lebensgefühl, ja sogar den Lebensweg eines Menschen verändern können. Aber deshalb alle anderen Aspekte des Lebens für minderwertig oder gar nichtig zu erklären, –  wird das der Natur unseres Daseins wirklich gerecht?

Manche Menschen ziehen sich in einer schwierigen Trauersituation so sehr in sich selbst  zurück, dass sie nur noch selten und dann abends, wenn die Strassen leer sind, das Haus verlassen. Freunde und Bekannte, ja sogar andere Familienmitglieder werden vernachlässigt – die Vereinsamung  scheint unaufhaltsam, was wiederum zum Erhalt des Verlusterlebens beiträgt. Schliesslich bleiben Depression und Lebensverachtung übrig.

Aber es gibt Wege aus diesen tatsächlich äußerst schmerzhaften Zuständen.

Die Erfahrung zeigt, dass Verständnis eine wichtige Bedingung dafür ist, jemandem aus solch einem Teufelskreis heraushelfen zu können. Deshalb sind Trauergruppen so effektiv – ihre Mitglieder verfügen in der Regel alle über einschlägige Erfahrungen und daraus ergibt sich Verständnis für die inneren Vorgänge des Trauernden und damit die Möglichkeit zur echten gegenseitigen Stützung und Hilfe. Dann wird manchem Teilnehmer  nach einer Weile gemeinsamer Bemühung klar, dass das Leben auch nach einem heftigen Verlust noch lebens- und liebenswert sein kann – und nicht selten erstaunliche Geschenke für die tapferen Überwinder der Depression bereit hält.

So kann man beobachten, was in und mit einem Menschen geschieht, der einen großen Verlust tatsächlich verarbeitet und schliesslich überwunden hat. Ist dann nicht oft eine ungewöhnliche Gelassenheit und Reife, ja eine besondere Art der Lebensfreude zu spüren, die der Begegnung mit diesem Menschen eine überraschende Kraft und Würze verleiht?

Auf Grund all dieser oder ähnlicher Beobachtungen und Gedanken sind viele ambulant arbeitende Hospizgruppen nicht nur in der direkten Sterbebegleitung sondern auch in der Nachsorge für die Hinterbliebenen mit dem Angebot von Trauergruppen engagiert. (s. Links)

Die Hospizbewegung Burgenlandkreis e.V. bietet regelmäßig  am letzten Donnerstag  im Monat von 15:30 bis 17:30 Uhr eine offene Trauergruppe  in Weißenfels an.

Sie sind willkommen!

 

 

 

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